SEA: Der Trick mit dem langen Google+ Profil-Namen

Klickraten optimieren dank Google+

Wer mit SEA in hoch umkämpften Keyword-Bereichen arbeitet weiß, es kommt auf jeden Klick an. Gute Klickraten senken wahrnehmbar die CPCs. Seit einiger Zeit bietet Google AdWords die Möglichkeit, auch die eigene Google+ Seite in den Anzeigen erscheinen zu lassen. Meistens steht dann da „603 Personen geben +1 für oder folgen SEITENNAME“. Wie hier im Beispiel von zooplus für das Keyword „Pferdefutter“. Neben den Sternen (Bewertungen) und den Sitelinks ist die Google+ Verknüpfung eine weitere schöne Methode, die eigene Anzeige optisch größer erscheinen zu lassen. Man bekommt eine zusätzliche Zeile geschenkt, mehr Menschen nehmen die eigene Anzeige wahr, mehr Klicks. So weit, so standard.

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Nun haben gewiefte Optimierer aber schnell gemerkt, dass man durch eine Änderung des eigenen Google+ Seitennamens auch die Anzeige in den SEA Blöcken optimieren kann. Dort wird für den Satz „… geben + 1 oder folgen …“ nämlich von Google 1 zu 1 der Seitenname aus Google+ übernommen. Mit einer Änderung des Seitennamens kann man aus der einen zusätzlichen Zeile dann zwei zusätzliche Zeilen machen. Im Versicherungsbereich, wo es auf jeden Cent CPC ankommt, sieht das dann so aus:

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Gerade die Tatsache, dass nur ein Wort auf die nächste Zeile umbricht, macht das ganze so interessesant. Der zusätzlich enstandene Freiraum unterstützt aus meiner Sicht vor allem die Sitelinks im unteren Teil der Anzeigen.

Wie bindet man die Google+ Seite bei AdWords überhaupt ein?

Das Google+ Profil kann in Google AdWords im Tab „Anzeigenerweiterungen“ eingebunden werden. Diese Einstellung erfolgt auf Kampagnen-Ebene. Man kann also für jede Kampagne eine eigene Google+ Seite hinterlegen (mit einem jeweils unterschiedlichen Titel). In der Auswahl direkt unterhalb der Tabs muss man „Anzeigen: Profilerweiterungen“ auswählen. Über „+ Neue Erweiterung“ kann man dann das Google+ Profil hinzufügen. Allerdings muss man ca. 100 Follower („haben die Seite in ihren Kreisen“) haben, damit die Erweiterung auch wirklich eingeblendet wird.

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Wie kann man die Länge des Google+ Seitentitels für AdWords Anzeigen optimieren?

Um den Titel der eigenen Google+ Seite zu ändern geht man auf den blauen Button „Profil bearbeiten“, dannach klickt man auf den Seitennamen und im erscheinenden Popup kann man den Namen ändern. Jetzt geht die Spielerei los. Es gilt einen Namen zu finden, der lang genug ist, um in den AdWords-Anzeigen wirklich auf die zweite Zeile umzubrechen, aber kurz genug, um den Richtlinien für Google+ Seitennamen zu entsprechen. Diese „Richtlinien“ werden leider nirgends wirklich erklärt. Insbesondere die Fehlermeldung, der Name sei zu lang oder enthält zu viele unzulässige Zeichen ist nervig, weil es keine Information gibt, wie lang der Name sein darf oder was genau unzulässige Zeichen sind. Zwei Bindestriche im Gesamttext sind z. B. schon zu viel, ein Bindestrich wird problemlos akzeptiert.

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Wenn man dann endlich mal eine Formulierung gefunden hat, die lang genug ist und von Google akzeptiert wurde muss man hoffen, dass diese auch auf der Suchergebnis-Seite lang genug sein wird, um wirklich in eine zweite Zeile umzubrechen. Nach einer Änderung dauert es nur 1 oder 2 Tage und der neue Titel erscheint in den AdWords Anzeigen. Das passiert also nicht ganz in Echtzeit, aber doch sehr schnell. Jedoch für ständiges Ausprobieren anderer Überschriften ist dieser Prozess nicht optimal.

Tipp: Bearbeitet erstmal die Suchergebnis-Seite mit Eurer Anzeige mit Firebug und probiert dort einen Seitentitel zu finden, der gerade so auf die zweite Zeile umbricht. Wenn Ihr zufrieden seid könnt Ihr den dann bei Google+ als Seitennamen eingeben und hoffen, dass er „den Richtlinien entspricht“. :-)

 Was sollte man bedenken, wenn man den Namen formuliert?

  • Länge für Zeilenumbruch
  • Klickanreiz schaffen / passend zur Anzeige
  • der Seitenname wird auch auf Google+ an diversen Stellen ausgegeben, auch in Verlinkungsdialogen von Google+ Beiträgen

Die Kollegen von Geld.de (siehe Screen oben) sind sogar soweit gegangen, den Titel Ihrer Google+ Seite rein auf AdWords zu optimieren. Ihre Google+ Seite heißt „GELD.de – Ihren Versicherungs- und Finanzexperten“ und das „Ihren“ macht als einzelner Seitentitel keinen Sinn (das wäre ja „Ihre … Experten“), wohl aber in Verbindung mit dem Satz „305 Personen geben +1 oder folgen …“. Dafür nimmt man scheinbar bewußt einen nicht ganz optimalen Titel innerhalb der Google+ Plattform in Kauf.

Update vom Mai 2013:

Mittlerweile hat Google das Design der Anzeigen wieder umgestellt und damit sind die Anzeigen in der Hauptspalte wieder einzeilig. Aber es gibt eine neue Möglichkeit, Anzeigen in die Höhe zu ziehen. Hier gehts zum neuen Artikel: SEA: AdWords passt Google+ Einbindung an – jetzt wieder einzeilig

7 Responses to SEA: Der Trick mit dem langen Google+ Profil-Namen

  1. frank sagt:

    nice once.

    mal sehen wie lange das gut geht. google wird da bestimmt bald den riegel vorschieben.

  2. Christian sagt:

    Besonders interessant finde ich aber das Email-Feld unter der geld.de-Anzeige (siehe 2.Screenshot). Der User kann sich jetzt den Klick & Weiterleitung auf die geld.de-Landingpage sparen! Unter User-Experience-Gesichtspunkten sicherlich klasse! Dürfte damit im Einklang mit den anderen Neuerungen der Google-Suche stehen. Siehe Bildersuche oder die Wikipedia-Auszüge direkt auf der Google-Seite. Nebenbei würde mich mal interessieren wie der „Email-Lead“ in der Adwords-Anzeige abgerechnet wird …

  3. Agnes sagt:

    Das ist ja ne interessante Idee … das muss ich dann doch mal testen, ich hab zwar das google+ profil schon eingebunden, aber mir nie gedanken über diese Zeilen gemacht.

    @christian aber die Möglichkeit mit dem Newsletter Feld einbinden hat noch nicht jeder Adwords Kunde, erst einige der richtig großen Seiten. Bin ja gespannt, wann es jeder nutzen kann.

  4. Ben sagt:

    @Agnes / Christian. Das Newsletterfeld habe ich heute das erstemal bei einer Anzeige zum Stichwort „Übergrößen“ gesehen. Wo findet sich das im AdWords-Backend?

    Thx.
    Ben

  5. Frank sagt:

    Ein sehr interessanter Tipp, danke. Ich denke wenn man es nicht übertreibt, und in einem kleinen Rahmen dies einsetzt, dann dürfte auch google nichts dagegen haben.

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