Meine Präsi zur SEO campixx 2013: SEO is People Business

Hier gibt es die Präsentation zu meinem Workshop „SEO is People Business“, den ich auf der SEO campixx 2013 gehalten habe:

Google Wallet for Content wird eingestellt

Vor einiger Zeit berichtete ich hier über ein System zur Refinanzierung von Web-Inhalten, welches Google im englischsprachigen Raum vorgestellt hatte. Dabei wurden ausgewählten Publishern in einem Testlauf ein Skript angeboten, welches die unteren zwei Drittel eines Artikels gepixelt darstellt, so dass man sie nicht lesen konnte. Selbst Bilder wurden verpixelt. Beteiligt waren die Oxford University Press, Peachpit Press und DK. Im Artikel selber war dann eine Option eingeblendet, dass man bequem über sein Google Wallet Konto den kompletten Artikel kaufen konnte:

amazon Partnernet: Affili-Partner sind auch nur Leiharbeiter

amazon-traurig

„Wir sind die mit dem Lächeln“, diese Aussage kann ich nicht mehr mit amazon verbinden.

Seit der ARD Doku „Ausgeliefert! Leiharbeit bei amazon“ schimpft ja alle Welt über die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen bei amazon. Für einen Teil der Deutschen hat sich damit das Image von amazon innerhalb weniger Tage gewandelt. Aus dem sympathischen Versand-Riesen mit schnellen Lieferzeiten ist plötzlich ein großer, böser geldgieriger Konzern geworden. Interessanterweise durfte ich einen ähnlichen Erkenntnis-Prozess durchmachen: Aus dem amazon Partnerprogramm, mit dem ich fast 10 Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht habe ist innerhalb von wenigen Tagen für mich ein unfreundlicher, bürokratischer und feiger Abzock-Apparat geworden. Wie ich zu dieser Erkenntnis kam, möchte ich hier kurz wiedergeben.

OTMR: Online Technologie und Marketing trifft Recht

Am 13. Februar fand in Leipzig ein sehr spannendes Treffen von Experten aus dem Bereich SEO, SEA und Online-Recht statt. Organisiert hat das Ganze Peter Hense von der Rechtsanwaltskanzlei Spirit Legal. Der Tagesworkshop fand im Steigenberger Hotel direkt im Stadtzentrum statt und war sehr gut organisiert. Aufgrund der guten Beziehungen der Kanzlei in die Hotel- und Online-Tourismus-Szene waren viele Vertreter aus diesem Themengebiet vertreten.

SEA: Der Trick mit dem langen Google+ Profil-Namen

Klickraten optimieren dank Google+

Wer mit SEA in hoch umkämpften Keyword-Bereichen arbeitet weiß, es kommt auf jeden Klick an. Gute Klickraten senken wahrnehmbar die CPCs. Seit einiger Zeit bietet Google AdWords die Möglichkeit, auch die eigene Google+ Seite in den Anzeigen erscheinen zu lassen. Meistens steht dann da „603 Personen geben +1 für oder folgen SEITENNAME“. Wie hier im Beispiel von zooplus für das Keyword „Pferdefutter“. Neben den Sternen (Bewertungen) und den Sitelinks ist die Google+ Verknüpfung eine weitere schöne Methode, die eigene Anzeige optisch größer erscheinen zu lassen. Man bekommt eine zusätzliche Zeile geschenkt, mehr Menschen nehmen die eigene Anzeige wahr, mehr Klicks. So weit, so standard.

Exklusiv: Google Nordkorea – erster geheimer Screenshot

Der Google-Chef Eric Schmidt besucht Nordkorea, um sich dort über die Situation im Land zu informieren. Was niemand weiß: Dabei wurde auch eine weitgehende Kooperation mit dem kommunistischen Land vereinbart. Aus geheimen Quellen habe ich exklusiv den ersten Screenshot der neuen nordkoreanischen Suchmaschine erhalten. Wie immer verteidigt Google die Meinungsfreiheit … im Rahmen der nationalen Gesetze. Damit sind die Ergebnisse von Google Nordkorea aus westlicher Sicht vielleicht etwas einseitig, aber bieten dem Durchschnitts-User die relevantesten Ergebnisse:

google-suche-nordkorea

SEOcruise – Butterfahrt oder Top-Event?

An neuen SEO-Konferenzen mangelt es in 2013 nicht. Manchmal hat man den Eindruck, dass sich mit Konferenzen mittlerweile mehr Geld verdienen lässt als mit SEO oder Agentur-Geschäft. 😉 Einerseits sehe ich das positiv, weil sich die potentiellen Besucher natürlich genauer überlegen werden, auf welche Veranstaltung sie gehen und auf welche nicht. Mehr Wettbewerb zwischen den verschiedenen Konferenzen müsste zu einer höheren Qualität der Events führen. Andererseits heißt das auch, dass sich das geneigte Fachpublikum auf noch mehr Veranstaltungen verteilt. Schon 2012 hatten ja einige Veranstalter mehr oder weniger große Probleme, ihre Tickets verkauft zu bekommen. Die Plätze der ausbleibenden SEOs wurden dann mit Agentur-Praktikanten und hübschen Mädels gefüllt, das Durchschnitts-KnowHow im Publikum sank. Die Stimmung in der Szene hat sich gewandelt, wie auch die Reaktionen auf Uwes Blogbeitrag („SEO Konferenzen sind tot.“) zeigten. Aber die Veranstalter scheint das bis jetzt nicht zu stören, auch 2013 tourt der lustige Konferenzen-Zirkus wieder durch ganz Deutschland.

seocruiselogoMit der SEOcruise ist nun ein neues Konzept dazugekommen. Die klassische SEO-Konferenz wird dabei verbunden mit einer 3-Tages-Ostsee-Fahrt von Kiel nach Oslo und zurück. Das Ganze findet auf einem Kreuzfahrtschiff der ColorLine statt, es kann also richtig Kreuzfahrt-Feeling aufkommen. Solche Schiffe bieten ja alles, was man für einen Urlaub braucht (außer den wirklich interessanten Sachen wie „Land und Leute“ usw.): Restaurants, Casinos, Fitness-Center und SPA-Bereiche, Shops, Clubs und sogar einen Golf-Simulator.

30 Speaker unterhalten die 250 anwesenden SEOs dann mit Vorträgen, einer „Wer-wird-SEOnär?“-Sonderausgabe und natürlich gibt es auch die übliche Party. Ob man dieses Konzept nun gut oder schlecht findet bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Ich denke es kann ganz interessant und komisch zugleich sein, im Prinzip ist es ja Urlaub mit Geschäftspartnern, die man zum Teil schon Jahre kennt. Für das Netzwerken ist es genial (solange auch Neulinge Zugang zu den etablierten Zirkeln finden, was ja nicht immer der Fall ist). Auf der anderen Seite gibts da auch viele Leute, mit denen ich bestimmt keinen Urlaub verbringen möchte. 😉 Und ob der reine Wissensgewinn aus den Vorträgen wirklich so groß ist, wage ich zu bezweifeln.

Nichts gegen den Event an sich, es ist eine schöne Idee. Aber: Ein 3 Tages-Trip (von dem deutlich weniger als 48 Stunden auf See stattfinden) für … ja, für wieviel eigentlich? Über Preise lies sich auf der Homepage noch nichts rausfinden. Laut dem Gipfelstolz-Adventskalender, in dem heute ein Ticket für die SEOcruise verlost wird, hat das Ticket einen Wert von 599 Euro. Die Kosten für eine Kabine kommen noch drauf. Also wird es wohl eher in Richtung 1.000 Euro gehen. Für 10 Vortrags-Stunden ein stolzer Preis.

Aber wir wollen ja nicht nur mecken. Das Speaker-Programm, was aufgefahren wurde, ist hochkarätig: Karl Kratz, frisch gekürter SEO-König und damit Verkaufsargument Nummer 1, Jens Fauldrath, Johannes Beus, Thomas Promny, Björn Tantau und viele, viele mehr konnten für die SEOcruise gewonnen werden. Und die deutsche Stimme von Bruce Willis. 😉 Auch bei den Sponsoren gibt es wenig Überraschungen, außer dem Kreditportal Maxda, das hat mich schon etwas gewundet. Wahrscheinlich für die klammen SEOs, die sich die ganzen Tickets gar nicht mehr leisten können.

Fazit:

Ich bin gespannt. Meine Skepsis kommt eher aus der schieren Masse an Veranstaltungen, die man dieses Jahr erlebt hat. Einige Veranstaltungen waren dabei, die ganz klar nur gemacht wurden, um Geld zu verdienen oder Eigenwerbung zu betreiben. An sich auch nichts Verwerfliches, aber Geld verdienen sollte nicht der Selbstzweck einer solchen Veranstaltung sein. Wo sich die SEOcruise im breiten Qualitäts-Spektrum der Konferenzen einreihen wird werden ja wir ja spätestens im Mai erfahren. Oder auch nicht. Denn die meisten Reviews die man so liest sind ja unreflektiert positiv, es ist immer alles toll und fantastisch. Konstruktive Kritik wird leider viel zu selten geäußert. Mehr Ehrlichkeit wäre hier wünschenswert.

Ich wünsche der SEOcruise jedenfalls viel Erfolg und allen Teilnehmern tolle Tage. Auch wenn ich persönlich mir zu dieser Zeit lieber für einen Bruchteil des Preises der SEOcruise auf einer anderen, viel kleineren Veranstaltung die Sonne auf den Bauch scheinen lassen werde. :-)

Links:

 

Google Webmastertools: Autorenstatistiken

In diesem Artikel beschreibe ich das neue Feature „Google Webmastertools Autorenstatistiken“ und dessen potentiellen Nutzen für Autoren und SEO-Webmaster.

Willkommen als Urheber bei Google Authorship!

Google forciert weiter das Thema Authorship und versucht so, den Einsatz des Author-Tag noch weiter zu etablieren. Ich habe heute eine Mail erhalten, in dem ich als „Urheber“ bei Google Authorship willkommen geheißen werde. Diese Mails werden laut Google nur einmalig verschickt, wahrscheinlich dann wenn man als eindeutige Person im System identifiziert wurde. Ob dafür eine bestimme Relevanzschwelle nötig ist, weiß ich derzeit nicht. In der Mail (siehe unten) wird ein aktuelles Beispiel (in diesem Fall mein letzter Blogbeitrag auf MuscleCat.com) gezeigt, wie die Autoreneinbindung in den SERPs aussieht.

Reconsideration Request: Ihre Website wurde jetzt von uns überprüft.

Vor kurzem wurde im GoogleWebmasterHelps Channel auf YouTube ein Video von Matt Cutts veröffentlicht, in dem er über die typischen Wartezeiten bei Reconsideration Requests spricht. Ganz nebenbei stellt er auch die 4 typischen Antworten vor, die man von Google im Falle eine Requests bekommen kann. Und erklärt endlich auch, was die zunehmend häufige „Ihre Webseite wurde jetzt von uns überprüft“-Antwort wirklich bedeutet.

Google würfelt nicht, Google wirft Münzen.

Die eigentliche Frage des Videos war, wielange man auf eine Antwort nach einem Reconsideration Request warten sollte. Im Falle der Fragestellerin Laura aus Manchester waren es 2 Monate. Matt machte hier klar, dass dies viel zu lange sei. Normalerweise antwortet Google innerhalb von ein oder zwei Wochen („a week or it can be several days“). Natürlich kommen gerade nach Google Updates oder dem Versand von Warn-Nachrichten via Webmaster-Tools deutlich mehr Requests rein und die Abarbeitung dauert dann etwas länger. Matt Cutts empfiehtl, wenn man nach einigen Wochen noch nichts von Google gehört hat, den Request nochmal zu stellen und im Text auf den alten Request zu verweisen. Ich würde in einem solchen Fall eine kurze Einleitung schreiben, das Datum des vorherigen Requests nennen und den Text des vorherigen Requests komplett mitsenden. Alternativ oder sogar ergänzend kann man auch im Webmaster Forum nachfragen, was der Stand der Dinge mit dem Request ist.

Nun aber zu den typischen Antworten. Laut Matt Cutts gibt es 4 Arten von Antworten, die man erhalten kann (auch wenn er im Video „3 different replies“ sagt):

  • Request erfolgreich: Manuelle Maßnahmen wurden aufgehoben.
  • Request abgeleht: „Ihre Website verstösst immer noch gegen die Webmaster Richtlinien“ (-> Interview mit einem Google-Spamfighter)
  • Es liegen keine manuellen Maßnahmen vor. (rein algorithmische Penalty -> disavow-Tool)
  • „Ihre Website wurde jetzt von uns überprüft.“ („We have processed your reconsideration request.“)

Der 4. Punkt war auch bei unseren Requests der Fall. Die komplette Antwort liest sich dann wie folgt:

Wir wurden von einem Website-Inhaber gebeten, die Indexierung folgender Website erneut zu überprüfen: http://www.domain.de/.

Ihre Website wurde jetzt von uns überprüft. Während der Überprüfung einer Website stellen wir sicher, dass sie nicht gegen unsere Richtlinien für Webmaster verstößt. Stellen wir keine Fehler fest, werden wir die Indexierung Ihrer Website erneut in Betracht ziehen. Falls Ihre Website danach immer noch nicht in unseren Suchergebnissen angezeigt wird, erhalten Sie in unserer Hilfe für Webmaster weitere Informationen zu diesem Thema.

Alles sehr schön nichtssagend. Man weiß als Webmaster nicht wirklich, was jetzt Sache ist. Dazu hat Matt Cutts jetzt im Video Folgendes erklärt:

Sometimes you flip the coin and you dont land on „heads“ -> yes or „tails“ -> no, but you sort of get the very side of the coin. And in that case you’ll get something that says: „We have processed your reconsideration request.“ Typically what that means is there might have been multiple issues. So maybe one issue is resolved but there is still another issue. Or removed from something where we thought the entire domain was … uh … not as good to maybe be ware more granular. And so that just means „Ok, there is still some issues, but more of them have been resolved.“

Erste Erkenntnis: Google wirft also eine Münze um über Reconsideration Requests zu entscheiden. 😉

Zweite Erkenntnis: Diese Antwort erhält man, wenn man im Abbau der Maßnahmen, die gegen die Webmaster Richtlinien verstossen haben und Ursache der Penalty waren, ein gutes Stück voran gekommen ist. Insgesamt reicht es zwar noch nicht aus, um aus der Penalty entlassen zu werden. Man ist aber auf einem guten Weg. Es liegen mehrere Probleme vor, von denen einige zufriedenstellend gelöst wurden, andere noch nicht. Natürlich verrät Google nicht, welche Probleme das jeweils sind, das wäre ja zu einfach. Interessant fand ich den letzten Satz im Zitat oben. Da steht, es gäbe noch „ein paar Probleme“ („some issues“), aber der Großteil („more of them“) wäre schon gelöst. Wenn man das wirklich so interpretieren kann, dann bedeutet das, dass man eigentlich schon recht weit im Genesungsprozess ist. Wer also eine solche Antwort erhält, der sollte sich dadurch auf keinen Fall entmutigen lassen, sondern noch mehr Energie investieren, um auch noch die letzten Probleme zu lösen.

Man sollte eine solche Antwort aber auch zum Anlass nehmen nochmal darüber nachzudenken, ob man wirklich alle möglichen Problemursachen betrachtet und bewertet hat. Vielleicht hat man nur auf einem Themengebiet sehr viel Energie investiert, dabei aber andere Verstösse gegen die Webmaster Richtlinien komplett übersehen. Hier ist also eine Re-Evaluierung dringend angeraten.

Hier  das Video zum Anschauen: