OMCap 2012: Recap

Die OMCap 2012 ist vorbei und hier gibt es meinen Rückblick auf die Konferenz. An den Seminaren am Mittwoch habe ich nicht teilgenommen, nur an der Konferenz am Donnerstag. Vorweg muss ich erstmal meinen Dank und Respekt an die Organisatoren ausdrücken. Die Veranstaltung mit 550+ Teilnehmern lief reibungslos. Nur das Essen war etwas fad. 😉

Keynote

Das Einchecken ging sehr schnell und Punkt 9 ging es dann auch mit der Begrüßung durch Andre Alpar und der folgenden Überraschungs-Keynote los. Diese hielt Dipl. Inf. Sebastian Schreiber (Xing) von der Firma SySS, einer Firma für IT-System-Sicherheit und Penetrationstest. Dieser demonstrierte „Live Hacking“ und zeigte innerhalb weniger Minuten, wie einfach man Passwörter ausspähen, Handy-Gespräche abhören, iPads knacken und Mobiltelefone infiltrieren kann. Wirklich beeindruckend. Ein Video von einer ähnlichen Vorführung von ihm auf der Messe „IT & Business“ in Stuttgart gibt es auf YouTube zu sehen. Ein solches Intro, was die eigene Perspektive verschiebt und den Kopf öffnet, ist ein guter Start für einen kreativen Tag.

Online Marketing Controlling: Die richtigen KPIs

Im Anschluss ging es gleich weiter mit einem für mich wirklich spannenden Vortrag von Florian Heinemann (Xing, Google+), ehemaliger Geschäftsführer bei Rocket Internet und heute Chef bei Project A. Sicherlich was das kein Vortrag, wo man fertige Lösungen mitnehmen konnte, aber er machte sehr deutlich, wie wichtig eine ausgeprägte Zahlenaffinität gerade für StartUps ist. Die Quintessenz war: Es gibt zwei Wege erfolgreich zu sein: a) etwas komplett Neues zu machen oder b) etwas, was andere bereits tun, deutlich besser zu machen als diese. Und dafür (b) braucht man: Zahlen, Zahlen, Zahlen. Die richtigen KPIs zu messen und ständig zu optimieren, das ist der Kern von Erfolg. Allerdings erklärte Florian Heinemann (und hier wurde es richtig interessant) auch, dass jede Optimierung ihre Zeit im Wachtstumszyklus hat. Man kann nicht alle KPIs gleichzeitig optimieren, sondern muss sich auf bestimmte konzentrieren, später die nächsten. So würde er am Anfang immer auf Conversion achten, letztlich muss man sich selbst beweisen, dass man Traffic profitabel umsetzen kann, egal wo der Traffic herkommt. Ein Unternehmen muss Traffic immer so nutzen können, als hätte es ihn eingekauft – das war seine besondere Mahnung an die SEOs. Eine einseitige Abhängigkeit von „kostemlosen“ Google-Traffic steht späterem Wachstum im Wege.

Universal Search: Wie abwechslungsreich kann die Suche noch werden?

Hier zeigten Johannes Beus (Google+) von sistrix und Michael Fritz (Google+, Xing), der letztes Jahr von Magix zu Searchmetrics gewechselt und gerade zum Vice Director Consulting aufgestiegen ist, wie sich die Google-Suche in den letzten 5 Jahren verändert hat und wohin die Reise beim Thema Universial gehen könnte.

Insbesondere der Google Knowledge Graph wurde vorgestellt und letztlich war die Aussage von Michael, dass eine Optimierung für Themen, die im Knowledge Graph abgebildet werden, für SEO nicht mehr lohnt. Da sich Google hier natürlich auch auf die Themen konzentrieren wird, in denen Geld zu verdienen ist, wird es für die SEOs schwerer. (hier seine Präsi)

Die Aussage, die man so oder so ähnlich in den letzten Monaten immer wieder gehört hat: Geh in die Nische oder werde ein Brand. Alles andere hat keine Zukunft.

SEA: Best Practices mit Adwords Extenstions

Hier konnte ich als SEA-Einsteiger einige nützliche Infos mitnehmen, ich glaube aber viel neues war für Profis nicht dabei. Oliver Zenglein (Google+) und Matthias Weth (Xing) sprachen über die Möglichkeit, Telefonnummern in Anzeigen einzublenden (gut für alle Firmen mit etablierter Kompetenz im telefonischen Vertrieb), über Sitelinks und Enhanced Sitelinks, die jetzt auch schon in Deutschland gesichtet wurden. Bei den Sitelinks war die eindeutige Meinung im Saal, dass man diese immer nutzen sollte, da sie die Klickrate der Hauptanzeige steigern, selber aber kaum angeklickt werden. Neu ist, dass jeder Sitelink jetzt eine eigene URL haben muss. Enhanced Sitelinks werden nur eingeblendet, wenn die URL eines Sitelinks identisch mit der Ziel-URL einer Anzeige in der Kampagne ist und nur, wenn die Anzeige auf Position 1 erscheint. Von Matthias gab es viele wertvolle Tipps zum Erfolgs-Tracking der Sitelinks.

Interessant waren noch die Google Produktanzeigen als quasi neues Anzeigenformat innerhalb von AdWords.

SEA: PPC in highly competitive markets

Gleich im Anschluss gab es noch einen Vortrag von Andy Mihalop, der aber nicht pur um SEA ging, sondern eher um Attribution Tracking und Customer Journey.

E-Mail-Marketing: Verknüfpung aller Bestandskunden-Marketing-Maßnahmen

Dirk Ploss (Google+, Twitter) sprach über das Omitalent E-Mail. Schon tausend Mal totgesagt lebt der Marketing-Zombie E-Mail munter weiter. So war seine Präsi (sehr gut, sehr zombie-lastig) sehr witzig und informativ zugleich. Das Model der Einteilung der Kunden in „NoNo“, „NoGo“, „GoNo“ und „GoGo“ fand ich super. Die Praxisbeispiele aus seiner Zeit bei Otto waren auch klasse.

Sebastian Kluth (Xing) sprach dann noch einige interessante Sachen zum Thema E-Mail und mobile an. Responsive Design mit CSS ist hier dringend angesagt.

Die Quintessenz von beiden war: Totgesagte leben länger. E-Mail ist immer noch das breiteste Medium und wächst beständig. Aber E-Mail wandet auch massiv auf mobile Endgeräte und darauf muss man sich einstellen.

SEO: Ranking-Faktoren 2013

Marcus Tober und Karl Kratz, schon die Mischung versprach ja spannend zu werden und so war es dann auch. Angekündig wurden sie als „Bud Spencer und Terence Hill der SEO Szene“. :-) Marcus (Google+, Xing) als Geschäftsführer von Searchmetrics legte vor allem eine datengetriebene Sicht der Dinge vor. Er stellte die Veränderungen bei der Korrelation von vermuteten Rankingfaktoren und Rankings vor: Backlinks werden wichtiger, Backlinks mit Keywords aber weniger (was auch an der Deoptimierung durch die SEOs liegen könnte). Domain-Keywords verlieren an Bedeutung, aber Google +1 ist plötzlich wichtig geworden, dort wird eine sehr starke Korrelation gesehen.

Daraus folgerte Marcus für den AuthorRank„AuthorRank ist das neue wichtige Ding 2013.“ Laut Daten von Searchmetric steigt die Klickrate in den SERPs um bis zu 30 %.

Außerdem sei Google hier durch die geplante Facebook-Suche auch einfach unter Zugzwang.

Karl (Facebook, Google+) verwirte und vernebelte dann das Publikum. :-) Seine Ausführungen zu „Gewichtung von Termen in dokumentbasierten Information Retrieval Systemen“ waren sehr spannend und er präsentierte das komplexe Thema auch sehr gut. (eine richtig gute Zusammenfassung gibts im Recap auf SEO Trainee, siehe Liste unten).

Schwierig wurde es aber, als „irgendwie“ eine Flasche Wodka zu Bruch ging und Sitzreihe für Sitzreihe mit einer stark alkoholgetränken Atemluft konfrontiert wurde. Heldenhaft zog Karl seine Präsi im Epizentrum der Wodka-Wolke durch und präsentierte Formel nach Formel. Ich finde das ganze Thema äußerst interessant und kann Tools, deren Namen in der Präsi nicht einmal genannt wurden, nur empfehlen. ;o) Denn, wie sagte Karl o schön: „Jedes Tool ist nur so gut wie es die anderen nicht haben.“

Lokales & Regionales Marketing: Black oder White?

Von diesem Vortrag war ich etwas enttäuscht, zumindest vom ersten Teil. … sprach auf der White Hat Seite generell über Local Search, allerdings richtete der Vortrag sich aus meiner Sicht an absolute Newbies, die vermutlich kaum auf einer Konferenz wie der OMCap vertreten sein dürfen. Ich überlegte kurz, ob ich in einen anderen Vortrag oder zum Speed Networking gehe, blieb dann aber.

Fabian Brüssel von Alpha9 Marketing aus Bonn sprach dann im Black Hat Teil einerseits über die Manipulierbarkeit von Bewertungen bei einem großen Buchhändler und andererseits darüber, wie gut die Überprüfung der Postadressen von Unternehmen in Google+ Local (Google Places) funktioniert. Das war beides sehr spannend, wobei das erste Thema aus meiner Sicht nichts mit „local“ zu tun hatte. Trotzdem bereue ich nicht, es gehört zu haben. Bei den Unternehmensprofilen wurde es richtig interessant und das, was Fabian da zeigt hat, war informativ und lehrreich.

Trotzdem war letztlich nur dieser eine Teil des Vortrags wirklich zum Thema „local“ und das hinterließ ein gemischtes Gefühl.

Ganz wichtig: WLAN und Orga-Krams

Da muss ich mal ein echtes Lob loswerden. Das WLAN war in allen Veranstaltungsräumen stabil und schnell. Das ist eine der besten WLAN Anbindungen, die ich bisher auf Messen/Konferenzen erlebt habe. Auch sonst war alles gut organisiert: die Garderobe war immer besetzt, an der Bar musste man zwar manchmal länger warten, wurde aber immer freundlich bedient, die Organisatoren in den einzelnen Tracks hatten die Lage im Griff und gaben immer korrekte Infos, wann es wie weitergeht. Es stimmte einfach alles. Fast alles. Sowohl die Qualität des Essens als auch die Reihenfolge der „Stationen“ am Buffet (warum soll ich erst Besteck und Dessert nehmen und dann ohne freie Hände das Essen auf meinen Teller tun?) waren nicht so doll.

Fazit

Aber das ändert gar nichts daran, dass diese OMCap ein rundum gelungener Event war. Viele Vorträge waren spitze, das Networking in den Pause und die anschließende Party waren toll.

Weitere OMCap-Recaps:

(Wer in die Liste aufgenommen werden möchte, einfach Kommentar posten oder E-Mail an info@musclecat.com)

8 Responses to OMCap 2012: Recap

  1. Dem kann ich mich nur anschließen. Eine rundum gelungene Veranstaltung.

  2. Fabian sagt:

    Ahhhh – bin aus BONN nicht aus Köln 😉

  3. SEO LEO sagt:

    Hallo Jörg!

    Schöner Recap, schade das wir einander nicht getroffen haben.

    Liebe Grüsse
    Leo

  4. Christian sagt:

    Guter Recap, das Essen war leider wirklich etwas lasch. Ich habe nicht alle Vorträge gesehen muss aber sagen dass das allgemeine Niveau doch eher Basic war, was etwas schade war.

  5. […] Lustiges OMCap Recap von Jörg Erdmann […]

  6. […] 2012 RECAP von Karl Kratz OMCap 2012: Recap von MuscleCat RECAP: OMCAP SES 2012 von Fairrank OMCap SES Berlin 2012 Recap von Jens Mönning […]

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