Google+ Vanity URLs: Google schneidet den Profilen die Linkpower ab

Nach und nach stellt Google+ die Profil-Seiten seiner User auf Vanity URLs um, also von kryptischen URLs à la https://plus.google.com/110502419633944425651 zu sprechenden URLs wie https://plus.google.com/+JörgErdmann . Bei der Umstellung gibt es natürlich eine automatische Weiterleitung von der alten URL, die noch an diversen Stellen im Netz verlinkt sein könnte, auf die neue URL. Doch überraschenderweise ohne Linkpower-Weitergabe.

Heute Nacht bekam ich meine Einladungs-Mail, jetzt endlich die neue „benutzerdefinierte URL für Ihr Google+ Profil“ nutzen zu können. Google hat mir automatisch plus.google.com/+JörgErdmann vorgeschlagen. Ich hätte im Bestätigungsprozess auch eine andere URL wählen können, aber +Jörg ist zu kurz, +Joerg und +Erdmann waren schon vergeben und auf weitere Spielereien hatte ich keine Lust. :-) Also habe ich diese URL aktiviert. In diesem Prozess gibt es übrigens eine Überprüfung der Handynummer (Bestätigungscode kommt per SMS), so dass Google ganz nebenbei auch noch die Plausibilität der Accounts überprüfen kann. Wie praktisch.

302????

Jetzt ist alles eingerichtet und wenn man meine alte URL https://plus.google.com/110502419633944425651 aufruft, wird man auf https://plus.google.com/+JörgErdmann weitergeleitet. Soweit, so gut. Aber die Weiterleitung erfolgt mittels eines 302-Status-Codes im HTTP-Header und nicht, wie man eigentlich erwarten würde, mit einem 301-Header. Das lässt sich bei Web Sniffer schön nachvollziehen. Dort bekommt man auch nochmal erklärt, für was 302 eigentlich steht. Nämlich „moved temporarily“, also eine vorübergehende Umleitung und eben keine dauerhafte, wie es bei 301 der Fall ist („moved permanently“).

Was nach einer technischen Kleinigkeit klingt, ist nicht unerheblich. Google hat an vielen Stellen immer wieder betont, dass nur 301-Umleitungen Linkpower weitergeben, wohingegen 302-Umleitungen keine Linkpower weitergeben sollten.

Da meine alte Google+ Profil-URL an einigen Stellen im Netz verlinkt ist, hatte ich gute eingehende Linkpower auf meinem Google+ Profil. Genau diese eingehende Linkpower wird jetzt durch die Google+ interne 302-Weiterleitung abgeschnitten.

Die Lösung: Eigene URLs fürs Verlinken im Netz

Glücklicherweise bin ich ein Kontroll-Freak, der ganz im Sinne von Karl versucht, sich nicht auf externe Systeme zu verlassen. Also habe ich dort, wo es mir möglich war, statt einer Verlinkung zu https://plus.google.com/110502419633944425651 (also zu einer Seite, die ich nicht unter Kontrolle habe) lieber eine Verlinkung zu http://plus.joerg-erdmann.de (also zu einem Skript, das ich unter Kontrolle habe) setzen lassen.

Diese Subdomain war so konfiguriert, dass sie per 301 auf https://plus.google.com/110502419633944425651 weiterleitet. Und nun, mit einer kleinen Änderung am Skript, leitet sie eben per 301 auf  https://plus.google.com/+JörgErdmann weiter. Somit kommt zumindest dieser Teil der Linkpower sauber auf meinem Google+ Profil an und kann von dort an meine Postings und Beiträge weitergegeben werden.

Und sollte Google mal wieder auf die Idee kommen, meine Google+ Profil URL ändern zu wollen, so habe ich zumindest über alle Links die über http://plus.joerg-erdmann.de kommen weiterhin die Kontrolle. Gleiches gilt für Facebook, Twitter und Xing. Dort ist die Linkpower zwar nicht so wichtig, aber die Erreichbarkeit der alten Links schon.

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