Category Archives: Penalties

In den letzten 2 Jahren ist ja von vielen Leuten über die Penalty bei www.finanzen.de gesprochen worden. Manche haben das Problem gut analysiert, manche nur oberflächlich gestreift oder vollkommen verfehlt. Wir vom finanzen.de-Team haben uns lieber darauf konzentriert, an den Problemen zu arbeiten. Mit dem Penguin 2.1 konnten wir – wenn alle Indizien stimmen – nun endlich die Penalty hinter uns lassen.

Vor kurzem wurde im GoogleWebmasterHelps Channel auf YouTube ein Video von Matt Cutts veröffentlicht, in dem er über die typischen Wartezeiten bei Reconsideration Requests spricht. Ganz nebenbei stellt er auch die 4 typischen Antworten vor, die man von Google im Falle eine Requests bekommen kann. Und erklärt endlich auch, was die zunehmend häufige „Ihre Webseite wurde jetzt von uns überprüft“-Antwort wirklich bedeutet.

Google würfelt nicht, Google wirft Münzen.

Die eigentliche Frage des Videos war, wielange man auf eine Antwort nach einem Reconsideration Request warten sollte. Im Falle der Fragestellerin Laura aus Manchester waren es 2 Monate. Matt machte hier klar, dass dies viel zu lange sei. Normalerweise antwortet Google innerhalb von ein oder zwei Wochen („a week or it can be several days“). Natürlich kommen gerade nach Google Updates oder dem Versand von Warn-Nachrichten via Webmaster-Tools deutlich mehr Requests rein und die Abarbeitung dauert dann etwas länger. Matt Cutts empfiehtl, wenn man nach einigen Wochen noch nichts von Google gehört hat, den Request nochmal zu stellen und im Text auf den alten Request zu verweisen. Ich würde in einem solchen Fall eine kurze Einleitung schreiben, das Datum des vorherigen Requests nennen und den Text des vorherigen Requests komplett mitsenden. Alternativ oder sogar ergänzend kann man auch im Webmaster Forum nachfragen, was der Stand der Dinge mit dem Request ist.

Nun aber zu den typischen Antworten. Laut Matt Cutts gibt es 4 Arten von Antworten, die man erhalten kann (auch wenn er im Video „3 different replies“ sagt):

  • Request erfolgreich: Manuelle Maßnahmen wurden aufgehoben.
  • Request abgeleht: „Ihre Website verstösst immer noch gegen die Webmaster Richtlinien“ (-> Interview mit einem Google-Spamfighter)
  • Es liegen keine manuellen Maßnahmen vor. (rein algorithmische Penalty -> disavow-Tool)
  • „Ihre Website wurde jetzt von uns überprüft.“ („We have processed your reconsideration request.“)

Der 4. Punkt war auch bei unseren Requests der Fall. Die komplette Antwort liest sich dann wie folgt:

Wir wurden von einem Website-Inhaber gebeten, die Indexierung folgender Website erneut zu überprüfen: http://www.domain.de/.

Ihre Website wurde jetzt von uns überprüft. Während der Überprüfung einer Website stellen wir sicher, dass sie nicht gegen unsere Richtlinien für Webmaster verstößt. Stellen wir keine Fehler fest, werden wir die Indexierung Ihrer Website erneut in Betracht ziehen. Falls Ihre Website danach immer noch nicht in unseren Suchergebnissen angezeigt wird, erhalten Sie in unserer Hilfe für Webmaster weitere Informationen zu diesem Thema.

Alles sehr schön nichtssagend. Man weiß als Webmaster nicht wirklich, was jetzt Sache ist. Dazu hat Matt Cutts jetzt im Video Folgendes erklärt:

Sometimes you flip the coin and you dont land on „heads“ -> yes or „tails“ -> no, but you sort of get the very side of the coin. And in that case you’ll get something that says: „We have processed your reconsideration request.“ Typically what that means is there might have been multiple issues. So maybe one issue is resolved but there is still another issue. Or removed from something where we thought the entire domain was … uh … not as good to maybe be ware more granular. And so that just means „Ok, there is still some issues, but more of them have been resolved.“

Erste Erkenntnis: Google wirft also eine Münze um über Reconsideration Requests zu entscheiden. 😉

Zweite Erkenntnis: Diese Antwort erhält man, wenn man im Abbau der Maßnahmen, die gegen die Webmaster Richtlinien verstossen haben und Ursache der Penalty waren, ein gutes Stück voran gekommen ist. Insgesamt reicht es zwar noch nicht aus, um aus der Penalty entlassen zu werden. Man ist aber auf einem guten Weg. Es liegen mehrere Probleme vor, von denen einige zufriedenstellend gelöst wurden, andere noch nicht. Natürlich verrät Google nicht, welche Probleme das jeweils sind, das wäre ja zu einfach. Interessant fand ich den letzten Satz im Zitat oben. Da steht, es gäbe noch „ein paar Probleme“ („some issues“), aber der Großteil („more of them“) wäre schon gelöst. Wenn man das wirklich so interpretieren kann, dann bedeutet das, dass man eigentlich schon recht weit im Genesungsprozess ist. Wer also eine solche Antwort erhält, der sollte sich dadurch auf keinen Fall entmutigen lassen, sondern noch mehr Energie investieren, um auch noch die letzten Probleme zu lösen.

Man sollte eine solche Antwort aber auch zum Anlass nehmen nochmal darüber nachzudenken, ob man wirklich alle möglichen Problemursachen betrachtet und bewertet hat. Vielleicht hat man nur auf einem Themengebiet sehr viel Energie investiert, dabei aber andere Verstösse gegen die Webmaster Richtlinien komplett übersehen. Hier ist also eine Re-Evaluierung dringend angeraten.

Hier  das Video zum Anschauen:

Ganz viele Infos zum disavow Tool auf einmal aus dem Hangout mit Google’s John Mueller: Warum funktioniert der Upload manchmal nicht? Wie schnell werden die gemeldeten Links gecrawelt ? Gibt es schon erfolgreiche Penalty-Liftings? Und das Highlight: Wieviel % der Spam-Links muss man wirklich manuell abbauen?

Stolperfalle: Unbedingt Zeichensatz beachten!

Am Montag haben wir eine disavow-Datei in den Webmaster Tools hochgeladen und konnten nicht wirklich feststellen, ob diese jetzt erfolgreich verarbeitet wurde oder nicht. Nach dem Upload-Dialog kam zwar das „es wird geladen“-Zeichen (der rotierende Kreis), danach fand man sich aber einfach im Upload-Dialog wieder. Es wurde keine Datei als hochgeladen angezeigt, es kam weder eine Erfolgsbestätigung noch eine Fehlermeldung. Und die Sprache der Webmaster-Tools sprang von deutsch auf englisch um. Wer auch dieses Phänomen hat, ist einem Fehler in der Verarbeitung aufgesessen.

Im heutigen Webmaster Hangout mit John Mueller (unbedingt circeln!) konnten wir endlich rausfinden, woran es lag. Wir hatten die Datei im ANSI-Format hochgeladen. Sie muss aber unbedingt im UTF-8-Format hochgeladen werden. So wie die Ergebnisse unserer Tests zeigen ist das kein Problem, solange keine Umlaute in der Datei vorkommen. In den USA wird der Fehler daher wahrscheinlich nicht auffallen. Aber die Kombination Umlaute+ANSI führt zu einem Verarbeitungsfehler ohne Rückmeldung. Die Umlaute können dabei sowohl in den Domains als auch im Beschreibungstext vorkommen, beides führt zu Fehlern.

Hier sollte Google dringend nachbessern und zumindest eine richtige Fehlermeldung ausgeben. Außerdem sollte der Hinweis auf das UTF-8-Format prominent platziert werden. Wir haben in diesem Fall z. B. mit Notepad gearbeitet und der speichert standardmässig im ANSI-Format.

Ein erfolgreicher Upload sieht so aus, die hochgeladene Datei wird dann angezeigt und steht zum Download bereit:

Disavow beschleunigt nicht das Crawling der zu entwertenden Links

Aus dem Hangout konnte ich auch einige andere sehr interessante Erkenntnisse mitnehmen. Ich fragte John, ob das Hochladen der Liste einen Crawlingprozess auslöst. Das ist nach seiner Auskunft nicht der Fall. Vielmehr werden die entsprechenden Links erst dann entwertet, wenn sie im ganz normalen Crawling-Prozess an der Reihe wären. Das kann unter Umständen Monate dauern, weil z. B. alte Foren-Postings etc. nur sehr selten neu gecrawlt werden. Wir sehen in den Backlinklisten der Webmastertools auch noch Links, die schon vor 2 oder 3 Monaten entfernt wurden, aber noch nicht neu gecrawlt sind. Da muss man laut John abwarten, es gibt keine Methode das recrawling zu beschleunigen.

Er sagte aber auch, dass man sich darum nicht so viele Sorgen machen braucht. Soweit ich es verstanden haben, korrespondiert die Crawling-Frequenz einer Seite mit der Relevanz des Links für das algorhitmische Ranking. Das heißt, solche Links zahlen fast gar nicht aufs Ranking, aber auch fast gar nicht auf Penalties ein.

Disavow Tool Vorabtest mit ausgewählten Webmastern

Gestern konnte man ja schon den ersten Erfahrungsbericht lesen, nach dem disavow wirklich mehrere Domains aus der Penalty geholt hat. Was mich gewundert hat, ist dass dort auf wochenlange Erfahrungen verwiesen wird, das Tool aber erst seit 10 Tagen am Start ist. Laut John gab es Vorabtests des disavow-Tools mit ausgewählten Webmastern. Daher scheint der Testbericht valide. Die Aussage dort war: 10 Tage nach dem Hochladen bzw. dem anschliessenden Reconsideration Request haben sich die Rankings erholt.

Kann man jetzt einfach alle Links entwerten ohne selber abbauen zu müssen?

Das ist die große Frage, die ich mir gestellt habe, seit ich vom disavow Tool gehört habe. Google sollte eigentlich kein Interesse daran haben, ein Tool bereit zustellen, mit dem man schnell alle Spam-Links entwertet und so aus der Penalty rauskommt. Die Folge wäre katastrophal: Webmaster würden solange Spamlinks aufbauen, bis sie in die Penalty rutschen und könnten innerhalb weniger Tage aus der Penalty raus sein, ohne sich wirklich um Linkabbau bemühen zu müssen. Und dann sofort wieder Link-Spam betreiben? Das kann Google nicht wollen. Sie wollen Webmaster leiden lassen, die massiv gegen die Richtlinien verstossen haben. Damit man seine Lektion lernt und das nicht sofort wieder macht.

Meine eigentliche Frage war: „Wie oft muss man Webmaster kontaktiert haben, bevor man den Link zur Entwertung einreicht, weil der Webmaster ihn einfach nicht ausbauen will oder kann. Beziehungsweise, wieviel Prozent der Spam-Links sollte man schon abgebaut haben, bevor man disavow nutzen darf (aus Google-Sicht).“

Laut John muss hier zwischen algorithmischen Abwertungen und manuellen Penalties unterschieden werden. Bei algorithmischen Strafen (Penguin) sollte eine Entwertung durch disavow zur Erholung der Rankings führen, egal wieviel Links vorher manuell abgebaut wurden. Gerade Penguin-Betroffene können also sofort disavow nutzen und müssen sich gar nicht mehr um manuellen Abbau Gedanken machen. Und das finde ich schon ziemlich krass und ein falsches Signal an Spammer.

Bei manuellen Penalties hingegeben möchte der Quality Rater natürlich schon sehen, dass man sich Mühe gegeben hat. Dort sollte man schon ordentlich manuell abgebaut haben, bevor man disavow nutzt und einen Reconsideration Request stellt. Einen Request muss man unbedingt stellen, disavow alleine nützt nichts.

Erfahrungsberichte?

Wir haben 3 Domains im Test und ich halte Euch auf dem Laufenden, wie es ausgeht. Habt Ihr schon konkrete Erfolge mit dem disavow-Tool?

Update vom 29.10.2012: Auf seo-united.de wurden einige sehr konkrete Aussagne von Matt Cutts zum disavow-Tool veröffentlicht.