Author-Tag als SEO-Rankingfaktor: 10 konkrete Maßnahmen (Teil 1 von 3)

Das Thema Author-Tag wird immer mehr diskutiert und es wird klar: wer in Zukunft erfolgreich SEO machen möchte, braucht starke Autoren-Profile. Auch wenn der Einfluss aufs Ranking noch gering ist, sollte man jetzt anfangen, Autoren-Profile aufzubauen.

Mike Arnesen hat es in seinem Artikel sehr treffend formuliert:

„How long do we have before we need to start worrying about building our own AuthorRank or working on it for our clients? Stop thinking like that. It doesn’t matter when it’s coming because once it does, it’ll be too late.“

(sinngemäß: Wann muss ich anfangen, mich um das Thema AuthorRank zu kümmern? Wann wird er als Rankingfaktor relevant? Hör auf so zu denken! Wenn er relevant wird, dann ist es zu spät sich drum zu kümmern.)

Und so sieht es aus. Schon jetzt gibt es die erste Bestätigung, dass der AuthorRank algorithmische Vorteile bringt. Bereits 17 % der SERPs zeigen laut SearchMetrics mindestens 1 Autoren-Profil an, was zu einer höheren Klickrate dieser Ergebnisse führt. Wer an technischen Details zum AuthorRank interessiert ist, sollte diesen SEOmoz Artikel lesen.

Hier und heute soll es vielmehr darum gehen, welche konkreten Schritte man jetzt ergreifen muss, um Ende 2013 mit starken Autoren-Profilen dazustehen, die positiv aufs Ranking der eigenen Seiten einzahlen können:

  1. leg eine klare Strategie für Deine Autoren-Profile fest
  2. baue parallel zu den Google-Profilen andere Accounts im Netz auf
  3. mache das Portal technisch fit für den Einsatz des Autoren-Tag
  4. lerne Artikel so zu schreiben, dass sie viel Interaktionen erzeugen
  5. interagiere regelmässig auf Google+ zu relevanten Themen
  6. sorge dafür, dass Dein Profil so oft wie möglich gecircelt wird
  7. bringe Dich gezielt in die Circle von Top-Autoren
  8. baue Kontakte zu Multiplikatoren auf, die du später aktivieren kannst
  9. steigere die Relevanz Deines Portals mit Hilfe von Gastautoren
  10. steigere die DomainPopularität Deines Autors durch Gastbeiträge

Diese 10 Punkte teilen sich grob in 3 Bereiche auf, die ich der Übersicht halber auf 3 Blog-Posts aufgeteilt habe. In den Punkten 1 bis 4 geht es um die konzeptionelle Vorbereitung, in den Punkten 5 bis 8 geht es um das konkrete Verhalten auf der Plattform Google+ und den Aufbau von Beziehungen und in den Punkten 9 und 10 geht es um die Veröffentlichung von Texten auf eigenen und fremden Webseiten.

1. Profil-Strategie definieren

Das ist eigentlich der wichtigste Punkt überhaupt. Viele SEOs und Redakteure haben schon mit Autoren-Profilen angefangen und einfach mit dem eigenen, persönlichen Google+ Profil losgelegt. Das muss nicht immer die beste Option sein. Für die Einzelkämpfer, deren Namen schon lange bekannt sind, macht das Sinn. Aber wenn man erstmal viel Arbeit in die Profile investiert hat, wird eine Änderung oder der Aufbau neuer Profile sehr zeitintensiv. Deshalb muss man sich jetzt ruhig hinsetzen und folgende Gedanken machen:

Spezialisierung:

Es steht zur vermuten, dass Google irgendwann Autoren als Experten für bestimmte Themen wertet. Wenn ein Autor viel über Versicherungen schreibt und für dies Beiträge viele +1 / Shares / Interaktionen / Verlinkungen erhält, dann wird er eine Art Experten-Status bekommen, ähnlich der Autorität von Webseiten. Neue Artikel von ihm zu diesem Thema werden stark ranken. Aber wenn der selbe Autor jetzt über Kochrezept schreibt, wäre es logisch, dass seine Autorität da deutlich abgemildert wird. Ähnlich des Faktors Themenrevelanz bei der Linkpower-Weitergabe.

Malt Euch daher genau auf, welche Experten für welche Themen Ihr haben wollt (ich finde etwas aufzumalen ist ein wichtiges Planungs-Werkzeug). Bedenkt, dass es hierbei um eine langfristige Planung für die nächsten Jahre geht. Bedenkt aber auch, dass Google lebendige Autorenprofile möchte und Ihr alle Profile pflegen solltet. Es geht hier um Klasse statt Masse. Wer 10 exzelente Profile koordiniert bekommt: super. Wer schon bei einem Profil Zeit-Probleme hat, braucht gar nicht erst 10 „Experten“ anzulegen.

Kontrolle über die Profile behalten

Gerade für Firmen, Organisationen und Agenturen wird es wichtig, die volle Kontrolle über Ihre Autoren-Profile zu behalten. So möchte ich als Verantwortlicher im Unternehmen zwar, dass meine Redakteure hochwertige Inhalte unter dem gleichen Namen veröffentlichen unter dem sie auch Networking betreiben. Aber was nützt es mir, wenn die Redakteure gehen und ihre Profile einfach mitnehmen können. Von daher ist es für Unternehmen und Agenturen durchaus sinnvoll, neue Profile zu erschaffen, die dauerhaft genutzt werden können, unabhängig davon wer die Texte schreibt oder die Profile pflegt.

Außerdem werden die Autoren-Profile wahrscheinlich in Zukunft auch Teil des Lieferumfangs sein, wenn man Projekte verkauft. Auch dafür ist vollständige Kontrolle und Übertragbarkeit nötig.

Profil als Teil der Autoren-Vergütung

Einen wichtigen Punkt sollte man aber hierbei nicht vergessen. Die Chance, auf hochwertigen, rankingstarken Webseiten regelmässig Artikel mit dem eigenen Profil zu veröffentlichen und sich damit ein eigenes starkes Profil aufzubauen wird in Zukunft Teil des Handels sein, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Auftraggeber und Auftragnehmer miteinander aushandeln. Der Autor hat einen Nutzen davon, diese Texte dort veröffentlichen zu dürfen, es steigert seinen Marktwert für die Zukunft. Siehe dazu auch der Beitrag von Malte Koj.

Reale oder künstliche Autoren?

Die oben genannten Punkte laufen letztlich auf eine grundlegende Entscheidung hinaus: Will man ausschließlich mit echten, authentischen Persönlichkeiten arbeiten oder braucht man aufgrund der eigenen Struktur künstliche Autoren-Profile. Und wie kann man diese nach außen hin so gut wie möglich echt aussehen lassen? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

2. Twitter-Accounts und andere Aktivitäten im Netz

In den Kriterien für einen hohen AuthorRank werden auch immer wieder Twitter-Aktivitäten des Autors, ein Wikipedia-Eintrag oder ein YouTube-Channel als Faktoren gewertet, die Google mit analysiert und in die Bewertung des Autors einbezieht. Details dazu habe ich aber noch nicht gefunden. Bei der Planung der Profile (siehe Punkt 1) sollte man aber auch gleich die entsprechenden Accounts mit anlegen und auch einen Plan machen, wie man diese pflegt und lebendig hält. Für Twitter wird sicherlich die Anzahl der Follower relevant sein, da gibt es ja einige technische Hilfsmittel. 😉

3. Technische Voraussetzungen schaffen

Klingt banal, aber natürlich müssen die eigenen Seiten technisch fit gemacht werden für den Einsatz des Author-Tag. Während für die meisten gängigen CMS bereits entsprechende SEO-Plugins existieren, ist gerade bei selbstgestrickten oder seltenen CMS noch keine Möglichkeit für einen gezielten Einsatz des Author-Tag vorhanden. Und auf das „gezielt“ kommt es an. Es geht nicht darum, jede Seite plump mit dem Tag zu versehen, sondern die Möglichkeit zu haben, spezifische Inhalte bestimmten Autoren zuzuordnen. Bedenkt, dass Ihr wahrscheinlich mehrere Profile pflegen wollt und dass auch Gastveröffentlichungen anderer Autoren wichtig werden.

Ihr solltet also im CMS für jede Seite einen spezifischen Autor festlegen können, idealerweise gekoppelt an die Verfasser-Funktion des CMS. Dann können Informationen wie die Google+ URL dort zentral hinterlegt werden. Macht Euch bei der Gelegenheit auch gleich Gedanken, wie die Webseiten-eigene Autoren-Seite aussehen soll.

4. Eine neue Art zu Schreiben

Ihr müsst Eure SEOs, Redakteure und Texter auf eine neue Art des Schreibens einstellen. Es geht nicht mehr nur um OnPage-Optimierung, sondern es geht darum Beiträge zu verfassen, bei denen reale Menschen gerne auf +1 oder auf „teilen“ klicken, bei denen die Leser sagen „das fand ich cool, von diesem Autor möchte ich mehr lesen“. Google löst hier endlich sein Versprechen ein: Seit Jahren beschwören sie uns, man solle hochwertigen Content und konkreten Nutzen auf der Seite bieten und dann käme das gute Ranking schon von alleine. Zumindest für den Author-Rank könnte das wahr werden.

Informative, gut strukturierte, nutzen-stiftende Texte, Videos, Tools, etc. … das ist gefragt. Dabei muss man es nicht immer allen recht machen wollen. Gerade kontroverse Themen und eigene Überzeugungen und Standpunkte eigenen sich sehr gut, um Interaktionen zu erzeugen. Doch nicht übertreiben: Pure Provokation oder durchschaubares „virales Marketing“ bringen keine neuen Circles für den Autor.

Habt Geduld. Versetzt Euch in Eure Texter hinein: Jahrelang habt Ihr ihnen eingetrichtet, dass sie auf Keyword-Dichte und Conversion hin die Texte schreiben sollen. Jetzt ist plötzlich ein ganz anderer Schreibstil gefragt. Eine solche Umstellung dauert. Setzt Euch daher mit den Textern zusammen, erklärt genau warum diese Veränderungen nötig sind und was jetzt wichtig ist. Gebt immer wieder konkretes Feedback zu den Texten.

Wenn Ihr mehrere künstliche Profile nutzt, dann sollte jeder Experte seinen eigenen Schreib- und Sprachstil haben. Manche schreiben vielleicht etwas wissenschaftlicher, manche nutzen kurze Hauptsätze. Bei anderen tauchen immer wieder bestimmte Floskeln auf. Authentische Profile aufzubauen ist wichtig, Google hat semantisch schon einiges drauf und wird irgendwann verstehen, wenn Texte mehrer Autoren eigentlich vom gleichen Texter stammen.

 

Weiter geht es im Teil 2 dieses Artikels. Dort erfährst Du, wie sich Deine Autoren-Profile auf der Plattform Google+ verhalten sollten und wie man Beziehungen aufbaut.

 

4 Responses to Author-Tag als SEO-Rankingfaktor: 10 konkrete Maßnahmen (Teil 1 von 3)

  1. Thorsten sagt:

    Eine ausführliche und gute Zusammenfassung, sehr informativ.

  2. Baynado sagt:

    Schöner Artikel, die Quintessenz daraus predige ich schon seit letztes Jahr im Sommer, siehe hier: http://www.baynado.de/blog/rel-author-und-rel-me-werden-fuer-google-relevant

  3. […] Artikelserie erläutert Jörg Erdmann anhand zehn konkreter Maßnahmen, wie man den Autoren-Tag von Google in Zukunft für SEO anwenden kann. In drei Artikelteilen erklärt er u.a., wie man eine […]

  4. […] Artikelserie erläutert Jörg Erdmann anhand zehn konkreter Maßnahmen, wie man den Author Tag von Google in Zukunft für SEO anwenden kann. Dabei stellte er die These auf, dass das Tauschen von […]

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